Snoezelenkonzept

„Miteinander leben, voneinander lernen, gemeinsam wachsen“. Der Leitsatz der Felsenmeerschule weist bereits darauf hin, dass sich die Förderung unserer Schülerinnen und Schüler am Prinzip der Ganzheitlichkeit orientiert. Dies bedeutet für die Planung und Durchführung von Unterricht bzw. Fördermaßnahmen, dass neben der Vermittlung von fächerspezifischem Wissen immer auch individuelle Angebote zur Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler Berücksichtigung finden. Dabei stehen deren elementare Bedürfnisse sowie förderbare Ressourcen im Vordergrund.

Im Alltag sind Schülerinnen und Schüler oftmals mit einer großen Vielfalt an Sinneseindrücken und psychosozialen Anforderungen konfrontiert. Der Snoezelenraum bietet hier einen Schutzraum, frei von Reizüberflutung und Leistungserwartung, einen Ort der Ruhe und des positiven Erlebens.

Die Felsenmeerschule verfügt über einen großen, technisch aufwändig ausgestatteten Snoezelenraum, der von unseren Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit ihren Begleitern zum Erleben ausgewählter Sinneseindrücke, zur Entspannung und zur Erholung genutzt wird. Die Weite und Ästhetik des Raums schaffen in Verbindung mit speziellen Lichtspielen und musikalischer Anregung eine angenehme und einladende Atmosphäre.

 

Im gemeinsamen Erleben der positiven Eindrücke kann sich leicht ein Gefühl der Zugehörigkeit bzw. Zusammengehörigkeit unter allen teilnehmenden Personen einstellen. Insofern kann gemeinsames „Snoezelen“ nicht nur dazu beitragen, den individuellen Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern einer Klasse mit so unterschiedlichen Behinderungsbildern wie Schwerstbehinderung, AD(H)S, Autismus, Spina bifida, Zerebralparese u.a. Rechnung zu tragen, sondern auch dazu, das Gemeinschaftsgefühl innerhalb einer – ggf. auch sehr heterogenen – Gruppe zu stärken.

 

Die Effektivität des Angebotes „Snoezelen“ an unserer Schule zeigt sich bei unseren Schülerinnen und Schülern beispielsweise in Form folgender Reaktionen und Verhaltensweisen:

-   Eine schwerstbehinderte Schülerin reagiert mit gerichtetem und wachem Blick auf Ansprache, anstatt sich auf Stereotypien zurückzuziehen.

-   Ein Rollstuhlfahrer kann sich nach einer Lagerungspause wieder entspannt und konzentriert seinen Aufgaben am Schreibtisch zuwenden.

-   Einem zur Impulsivität neigenden Schüler gelingt es, sich in einer Konfliktsituation  gegenüber seinem Mitschüler kooperativer und gelassener zu verhalten.

-   Eine Schülerin kann ihre Konzentration über längere Phasen der Stillarbeit aufrecht erhalten und zeigt Stolz auf ihre Arbeitsergebnisse.

-   Der Gesichtsausdruck eines schwerstbehinderten Schülers beim gemeinsamen Schaukeln auf dem Wasserbett strahlt Freude aus

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2. Organisatorischer/ schulischer Rahmen

2.1 Finanzierung/ Wartung

Die Finanzierung baulicher bzw. die materielle Ausstattung, Wartung und Instandhaltung betreffender Maßnahmen erfolgt durch den Schulträger der Felsenmeerschule, den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Die Wartung findet einmal pro Jahr durch die Firma Thieme, Grasleben, statt und umfasst eine Überprüfung der technischen Anlagen hinsichtlich Sicherheit und Funktion.

 

2.2 Räumlichkeiten/ Ausstattung

Der Snoezelenraum der Felsenmeerschule hat eine Größe von ca. 30 qm. Er zeichnet sich durch eine helle, neutrale Gestaltung von Wänden, Liegeflächen und Decke aus, sodass optische Effekte optimal zur Geltung kommen können. Der Raum ist mit einem beheizbaren Wasserbett ausgestattet, welches eine Verbindung zum Lautsprecher enthält, sodass Klänge auch vibratorisch erfahrbar werden. Die Musikanlage, Lagerungsmaterial sowie Kleinmaterialien (Tücher, Massageroller und -bälle) befinden sich im Geräteschrank.

Visuelle Effekte durch Licht und Farben werden erzeugt durch:
-  Zwei Wassersäulen mit variablem Sprudeleffekt und Farbwechsler
-  Spiegelkugel
-  Lichtspot mit Farbrad, auf die Spiegelkugel gerichtet
-  Flüssigkeitsprojektor mit drei auswechselbaren Scheiben
   (Liquidscheibe, Wolkenhimmel, Sonnenuntergang)
-  Faseroptik-Stränge mit wechselnden Farblichteffekten

Alle Licht- und Klangeffekte sind einzeln zuschaltbar.

2.3 Nutzerregeln/ Raumbelegung

Wir orientieren uns an unseren „Snoezelenregeln“, welche neben der Eingangstür des Raumes aushängen (siehe Anhang 1).

Die Einteilung der regelmäßigen Raumnutzung innerhalb bestimmter Zeitblöcke durch die einzelnen Klassen bzw. Gruppen ist aus dem an der Tür angebrachten Raumbelegungsplan ersichtlich.

2.1 Finanzierung/ Wartung

Die Finanzierung baulicher bzw. die materielle Ausstattung, Wartung und Instandhaltung betreffender Maßnahmen erfolgt durch den Schulträger der Felsenmeerschule, den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Die Wartung findet einmal pro Jahr durch die Firma Thieme, Grasleben, statt und umfasst eine Überprüfung der technischen Anlagen hinsichtlich Sicherheit und Funktion.

 

2.2 Räumlichkeiten/ Ausstattung

Der Snoezelenraum der Felsenmeerschule hat eine Größe von ca. 30 qm. Er zeichnet sich durch eine helle, neutrale Gestaltung von Wänden, Liegeflächen und Decke aus, sodass optische Effekte optimal zur Geltung kommen können. Der Raum ist mit einem beheizbaren Wasserbett ausgestattet, welches eine Verbindung zum Lautsprecher enthält, sodass Klänge auch vibratorisch erfahrbar werden. Die Musikanlage, Lagerungsmaterial sowie Kleinmaterialien (Tücher, Massageroller und -bälle) befinden sich im Geräteschrank.

Visuelle Effekte durch Licht und Farben werden erzeugt durch:
-  Zwei Wassersäulen mit variablem Sprudeleffekt und Farbwechsler
-  Spiegelkugel
-  Lichtspot mit Farbrad, auf die Spiegelkugel gerichtet
-  Flüssigkeitsprojektor mit drei auswechselbaren Scheiben
   (Liquidscheibe, Wolkenhimmel, Sonnenuntergang)
-  Faseroptik-Stränge mit wechselnden Farblichteffekten

Alle Licht- und Klangeffekte sind einzeln zuschaltbar.

2.3 Nutzerregeln/ Raumbelegung

Wir orientieren uns an unseren „Snoezelenregeln“, welche neben der Eingangstür des Raumes aushängen (siehe Anhang 1).

Die Einteilung der regelmäßigen Raumnutzung innerhalb bestimmter Zeitblöcke durch die einzelnen Klassen bzw. Gruppen ist aus dem an der Tür angebrachten Raumbelegungsplan ersichtlich.

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3. Inhaltliche Aspekte

3.1 Grundgedanken/ erweitertes Konzept

„Snoezelen“ wurde in den 70er Jahren von den Niederländern Jan Hulsegge und Ad Verheul in einer Einrichtung für schwerstbehinderte Menschen entwickelt. Ursprünglich wird „Snoezelen“ als Angebot zur Entspannung und Erholung verstanden und soll Abwechslung in die Erlebniswelt von Menschen bringen, die in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigt sind.

Gemäß dem Leitsatz „Niets moet, alles mag“ (Nichts muss gemacht werden, alles ist erlaubt) können die Nutzer einfach nur entspannen und träumen oder sich in der inspirierenden Atmosphäre des Raumes auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Sinne begeben.
Dabei geht es sowohl um das freie Erforschen von Wahrnehmungsangeboten = „snuffelen“ (schnüffeln, schnuppern) als auch um emotionale Erfahrungen wie Geborgenheit, Körperkontakt und sich wohl fühlen = „doezelen“ (dösen, schlummern), vgl. Hulsegge, Verheul, 2005, S. 6, 11.

Dem Snoezelen-Konzept liegt eine ressourcenorientierte Sichtweise zugrunde. Nicht Defizite, sondern Möglichkeiten, Vorlieben und Freiwilligkeit der Nutzer stehen im Vordergrund und bilden die Basis für individuelle Angebote durch die Betreuer. Sie achten einfühlsam auf deren individuelle Bedürfnisse und Mitteilungen (auch in Form von Körpersignalen), ermuntern sie ggf. zur Aktivität und geben ihnen Zeit zum spontanen Ausprobieren und Verarbeiten der neuen Eindrücke (vgl. Kewin, in: Hutchinson/Kewin, 1994, S. 13). Zwischenmenschliche – auch nonverbale – Dialoge können sich entwickeln.

Im Jahre 2002 wurde die internationale Snoezelen-Association (ISNA) gegründet, welche die langjährigen Erfahrungen aus über 32 Nationen zusammenfasst und auswertet (http://www.isna.de/, zuletzt aufgerufen am 30.9.2012). Die Auseinandersetzung mit inhaltlichen Anwendungsmöglichkeiten hat inzwischen zur Entwicklung eines erweiterten Snoezelenkonzeptes geführt. So nennt die Deutsche Snoezelen-Stiftung die Möglichkeit der Anwendung von Snoezelen für „therapeutische und pädagogische Interventionen“ (http://www.snoezelen-stiftung.de/definition.html, zuletzt aufgerufen am 30.9.2012). An der Felsenmeerschule findet „Snoezelen“ sowohl als freies Angebot als auch als Fördermaßnahme statt. Entsprechend dem erweiterten Snoezelenkonzept werden über die elementare Entspannungs- und Erholungsmöglichkeit hinaus auch spezielle Angebote sowohl in Bezug auf pädagogisch als auch therapeutisch ausgerichtete Ziele regelmäßig einbezogen und von unseren Schülerinnen und Schülern, besonders in diesem Rahmen, mit Freude wahrgenommen.


3.2 Ziele

Der Begründungszusammenhang für das Förderangebot „Snoezelen“ findet sich in den Richtlinien für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung:
„Die Unterrichtsorganisation schafft für die Schülerinnen und Schüler Raum für das Sammeln vielfältiger Erfahrungen, die Förderung sensorischer Integrationsprozesse und die Vermittlung von Orientierung in sozialen, räumlichen und zeitlichen Strukturen. Sie ermöglicht Erfahrungen, die sich durch ein hohes Maß an ganzheitlicher Wahrnehmungsintensität auszeichnen, und unterstützt die Differenzierung individueller Wahrnehmungs-, Erlebnis-, Ausdrucks- und Handlungsmöglichkeiten […] verlässliche Beziehungen fördern diese Förderintention und ermöglichen […] die Entwicklung von Selbst- und Umweltvertrauen. Die Unterrichtsorganisation berücksichtigt […] Schwankungen der Belastungs- und Leistungsfähigkeit, aktuelle Bedürfnisse wie Lagerung, Entspannung“ (Richtlinien KME, Entwurf, 2002, S.8).

Konkrete Zielsetzungen des „Snoezelens“ können sich auf folgende Bereiche beziehen:
Befindlichkeit
Erhaltung und Entwicklung seelischer Ausgeglichenheit
Entspannung/Erholung
Aktivierung/Wecken von Interesse

Wahrnehmung                    
Aktivierung der körpernahen/körperfernen Sinne
Differenzierung der Sinneswahrnehmungen
Integration verschiedener Sinneswahrnehmungen
Entwicklung eines ganzheitlichen Körperschemas

Emotionalität/Selbstverwirklichung
Entwicklung von Lebensfreude/Motivation
Entwicklung eines positiven Selbstbildes
Erweiterung von Selbstbestimmung und Handlungskompetenz
Verbesserung der Lebensqualität
Ausbildung von Gesundheitskompetenz
Abbau (auto-) aggressiver Verhaltensweisen
Entwicklung und Stabilisierung der Persönlichkeit

Soziabilität/Kommunikation
Wecken von Kommunikations- und Kontaktbereitschaft
Entwicklung von Vertrauen/Beziehungsfähigkeit
Integration in soziale Strukturen

Lern-/ Arbeitsverhalten

Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
Verbesserung der Selbstorganisation
Anregung von Fantasie und Kreativität  

 

3.3 Zielgruppe

Der Snoezelenraum steht grundsätzlich allen Schülerinnen und Schülern unserer Schule zur Verfügung. Snoezeleneinheiten werden entweder für eine ganze Klasse oder für eine Teilgruppe in den Stundenplan aufgenommen. Darüber hinaus finden klassenübergreifende Angebote, u.a. auch im Rahmen einer Schüler-AG, statt.

Insbesondere folgende Schülergruppen profitieren von der Atmosphäre und den Angeboten in unserem Snoezelenraum:

Schwerstbehinderte Schülerinnen und Schüler

An unserer Schule haben wir einen hohen Anteil schwerstbehinderter Schülerinnen und Schüler. Dieser Schülergruppe bietet der Snoezelenraum die Möglichkeit des Rückzugs aus dem oftmals chaotisch erscheinenden Alltag in eine beschützende Atmosphäre.
Die reizarme und einladende Umgebung des Raums schafft eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Aufnahmebereitschaft und Neugierde. Die angenehme Erfahrung der deutlichen Wahrnehmung der eigenen Person über den eigenen Körper sowie der unmittelbaren Umwelt soll ermöglicht, Kontaktaufnahme zu Mitschülerinnen und Mitschülern bzw. dem Begleiter angebahnt werden.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten Raum, anders als im Rollstuhl sitzend, ihre motorischen Möglichkeiten auszuprobieren.

In diesem Zusammenhang finden die folgenden „Richtlinien für die Förderung schwerstbehinderter Schüler“ Anwendung:

„Ziel der Arbeit ist es, die größtmögliche Beziehungsfähigkeit zur Welt zu erreichen. Nur in einer Atmosphäre, die dem Schüler Sicherheit und Geborgenheit gibt und Vertrauen bewirkt, ist es möglich, dass der Lehrer die Grundlage für die Beziehung zwischen dem Schüler und sich schafft. Auf der Basis eines engen Kontaktes zum Schüler soll eine Erlebnissphäre geschaffen werden, die zunächst situationsgebundene und später dauerhafte Ansprechbarkeit bewirkt als Zuwendung zu Personen und Sachen“ (S. 7, 8).

„Fähigkeit, über den Körper die eigene Person zu erfahren“ (S. 11)

„Fähigkeit, Beziehungen zur Umwelt aufzunehmen und sich zurechtzufinden“ (S. 24)

„Fähigkeit, in der Gemeinschaft zu leben“ (S. 28)

„Fähigkeit, die Sachwelt mitzugestalten und an ihrer Gestaltung teilzuhaben“ (S. 33)

(Richtlinien für die Förderung schwerstbehinderter Schüler, 1985)

Schülerinnen und Schüler mit AD(H)S

Die ruhige und gleichzeitig magische Atmosphäre des Raumes kann Schülerinnen und Schülern mit AD(H)S in Verbindung mit gezielten unterstützenden Maßnahmen (siehe Punkt 3.4) dazu verhelfen, zu einer physischen und psychischen Beruhigung zu gelangen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, die wiederkehrende, individuelle Erfahrung der Senkung des Aktivitätsspiegels sowie der Fokussierung von Aufmerksamkeit über einen bestimmten Zeitraum als positives Gefühl zu verinnerlichen. Ziel ist es, so zunehmend eine Basis zur Reduktion impulsiven Verhaltens sowie zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit im Unterricht zu schaffen (vgl. Skrodzki/Mertens, in: Skrodzki/Mertens, 2000, S.17).

Rollstuhlfahrer

Schülerinnen und Schüler, welche aufgrund einer körperlichen Behinderung wie Spina bifida, Zerebralparese, Muskeldystrophie u.a. einen Rollstuhl benutzen, benötigen im Laufe des Schultages eine Lagerung in Streckung, um Kontrakturen in Hüft- und Kniegelenken sowie damit verbundenen Schmerzempfindungen vorzubeugen. Auch Schülerinnen und Schüler mit schweren Skoliosen brauchen phasenweise eine Entlastung aus der senkrechten Sitzposition. Die ausgestreckte, waagerechte Lagerung, beispielsweise auf dem warmen Wasserbett, die entspannende Atmosphäre und das Gefühl der Gemeinschaft unter den Snoezelenteilnehmern können als äußerst wohltuend empfunden werden, die muskuläre Entspannung sowie die Atemtiefe fördern und ggf. Schmerzen vorbeugen bzw. beseitigen.


3.4 Methodisch-didaktische Prinzipien

Voraussetzungen
Folgende Kriterien gelten als Grundvoraussetzungen für den optimalen Einsatz des Angebotes „Snoezelen“:

„- Richtige Atmosphäre
- Eigene Entscheidung
- Eigenes Tempo
- Richtige Zeitspanne
- Wiederholung
- Ausgewähltes Reizangebot
- Richtige (Grund-) Einstellung
- Richtige Betreuung“

(Hulsegge/Verheul, 2005, S. 39)

 

Die Begleitung erfolgt durch die jeweils verantwortlichen Lehrkräfte sowie durch betreuende Integrationskräfte und ggf. Pflegekräfte oder Therapeutinnen. Von besonderer Bedeutung ist eine den speziellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler angepasste, entspannte Lagerung.

Bestimmte Klänge, Lichteffekte sowie Geruchsangebote können zum Auslösen positiver Empfindungen beitragen:

Musik

Beim „Snoezelen“ kann Musik auf zweierlei Art eingesetzt werden: entweder als Atmosphäre stiftende Hintergrundmusik oder gezielt, um bestimmte Reaktionen auszulösen. Entsprechend gestaltet sich die Musikauswahl. Diese kann modern, klassisch, natur- oder themenbezogen sein und sich am Alter der jeweiligen Schülergruppe orientieren.

Musik beeinflusst durch Melodie, Rhythmus, Klang, Dynamik und Lautstärke die Psyche und somit das Verhalten des Menschen. Um einen die Entspannung fördernden Effekt auf das vegetative Nervensystem zu erzielen, sollte sie individuelle Vorlieben berücksichtigen, nicht zu laut sein und in tiefen Frequenzbereichen liegen (vgl. Mertens, 2004, S. 131). Eine Liste erprobter Musikstücke findet sich bei Mertens, 2004, S. 43.

Eine Verknüpfung mehrerer Sinnesqualitäten wird z.B. dann möglich, wenn eine Schülerin/ ein Schüler auf der wohltemperierten, schwingenden Matratze des Wasserbettes liegt und dabei die Musik nicht nur mit ihrem/seinem Gehör wahrnimmt, sondern diese auch über das Watersound-System vibratorisch erfährt. Des Weiteren können Klangschalen als Elemente auditiver und zugleich vibratorischer Wahrnehmungsförderung zum Einsatz kommen.

Licht

Auch Licht und Farben haben eine spezifische Wirkung auf das emotionale Befinden. Zum Erzeugen einer gelösten und beruhigenden Atmosphäre eignet sich „ein Lichtspiel aus Orange, Violett, Blau, Türkis und Magenta“ (Gimbel, in: Mertens, 2004, S. 131).

Optische Reize, insbesondere in Verbindung mit Bewegung, fokussieren die Aufmerksamkeit des Betrachters und sind insofern geeignet, Schülerinnen und Schülern das gedankliche Umschwenken und Abschalten sowie das Einstellen auf die Atmosphäre des Snoezelenraums zu erleichtern.

Beispiele hierfür sind:

- Die Wirkung der unterschiedlichen Farben des Lichtes auf das eigene Empfinden kann
  anhand der Wassersäulen mit Sprudeleffekt und Farbwechsler erlebt bzw. bewusst
  gemacht werden.

- Die faszinierenden, sich fließend verändernden Projektionsbilder fesseln die
  Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schülern, fördern die Farbwahrnehmung, regen die
  Fantasie und ggf. auch die Verbalisierung der individuellen Eindrücke an.

- Haptisch orientierte Schülerinnen und Schüler interessieren sich oftmals für die
  Faseroptikschnüre mit wechselndem Lichtspiel. Taktile und optische Eindrücke werden
  miteinander verknüpft.

- Besondere optische Wirkungen gehen auch von den sich im Raum bewegenden
  Lichtreflexen aus, welche in den Spektralfarben leuchten und durch den auf die rotierende
  Spiegelkugel gerichteten Lichtspot
erzeugt werden.

Gerüche

Gerüche wecken Emotionen, wirken anregend bzw. entspannend, rufen Assoziationen oder Erinnerungen hervor und vertiefen die Atmung. Zum Erleben sowie zur Differenzierung unterschiedlicher Düfte können Duftsäckchen verwendet oder Chiffontücher mit diversen natürlichen Aromen benetzt und den Schülerinnen und Schülern angeboten werden. Evtl. bestehende Allergien sind zu berücksichtigen. Eine Liste entspannender bzw. anregender Geruchsnoten findet sich bei Mertens, 2004, S. 132.

Prinzipien: „Snoezelen“ mit schwerstbehinderten Schülerinnen und Schülern

Für unsere Schülerinnen und Schüler ist es sinnvoll, eine Auswahl aus der Menge der zur Verfügung stehenden Angebote zu treffen, zumal es beim „Snoezelen“ nicht um die Vielzahl der angebotenen Reize, sondern vor allem um deren adäquate Auswahl, Intensität, Zuordnung sowie deren Einbindung in die positiv erlebte Gesamtsituation geht. Gerade schwerstbehinderte Schülerinnen und Schüler benötigen im Hinblick auf die besondere Art und Weise der Wahrnehmung ihrer Umwelt ein individuell ausgewähltes sowie reduziertes und wiederkehrendes Reizangebot, damit sich für sie die Möglichkeit öffnet, Informationen gezielt aufzunehmen, zu ordnen, zu verstehen und darauf zu reagieren. Die Prinzipien der sensorischen Integration nach Jean Ayres finden Berücksichtigung.

Prinzipien: „Snoezelen“ mit AD(H)S Schülerinnen und Schülern

Bei vielen unserer Schülerinnen und Schüler ist es hilfreich, die Snoezeleneinheiten durch bestimmte, wiederkehrende Rituale zu strukturieren. Dies kann beispielsweise über einen sensorischen Zugang (z.B. Massage mit dem Noppenball) oder einen imaginativen Zugang (z.B. Fantasiegeschichten, Traumreisen) geschehen. Gerade imaginative Entspannungsverfahren sind voraussetzungsarm und daher – auch bereits für jüngere Schülerinnen und Schüler – gut anwendbar. In Verbindung mit „Snoezelen“ kommt es zu einer besonderen Wirkung, „da die sensorischen Reize die Entspannungsreaktionen schon vorbereiten können“ (Sernau, in: Skrodzki/Mertens, 2000, S. 252). Das regelmäßige Üben soll helfen, besser mit physischer sowie psychischer Unruhe und entsprechend mit Stresssituationen umgehen zu können.

Häufig fällt es Schülerinnen und Schülern mit ADHS leichter, sich auf Angebote des „Snoezelens“ einzulassen, wenn zuvor ein Bedürfnis nach Entspannung entwickelt wurde. Daher ist eine vorgeschaltete Bewegungsphase sinnvoll (vgl. Sernau, in: Skrodzki/Mertens, 2000, S. 248-252).

Auch Faktoren wie adäquate Gruppengröße, Dauer der Entspannungsphase sowie Eingewöhnungszeit spielen bei dieser Schülergruppe eine besondere Rolle.

Ein ritualisiertes Feedback bzgl. der erlebten Eindrücke bzw. der eigenen Befindlichkeit kann die Snoezeleneinheit abschließen.

 

 

3.5 Besondere Nutzungsmöglichkeiten des Raums

Unser Snoezelenraum eignet sich hervorragend dazu, unseren Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Musikunterrichtes in ungestörter Umgebung eine konzentrierte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Musikstilen zu ermöglichen.

Bei der Durchführung verschiedener Projekte können durch besondere Klänge, Licht-, Geruchs-, und Farbeffekte die zu bestimmten Unterrichtsthemen gesammelten Erfahrungen (Beispiele: Farben, Jahreszeiten, Feste, fremde Länder und Kulturen) intensiviert und erweitert werden.

3.1 Grundgedanken/ erweitertes Konzept

„Snoezelen“ wurde in den 70er Jahren von den Niederländern Jan Hulsegge und Ad Verheul in einer Einrichtung für schwerstbehinderte Menschen entwickelt. Ursprünglich wird „Snoezelen“ als Angebot zur Entspannung und Erholung verstanden und soll Abwechslung in die Erlebniswelt von Menschen bringen, die in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigt sind.

Gemäß dem Leitsatz „Niets moet, alles mag“ (Nichts muss gemacht werden, alles ist erlaubt) können die Nutzer einfach nur entspannen und träumen oder sich in der inspirierenden Atmosphäre des Raumes auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Sinne begeben.
Dabei geht es sowohl um das freie Erforschen von Wahrnehmungsangeboten = „snuffelen“ (schnüffeln, schnuppern) als auch um emotionale Erfahrungen wie Geborgenheit, Körperkontakt und sich wohl fühlen = „doezelen“ (dösen, schlummern), vgl. Hulsegge, Verheul, 2005, S. 6, 11.

Dem Snoezelen-Konzept liegt eine ressourcenorientierte Sichtweise zugrunde. Nicht Defizite, sondern Möglichkeiten, Vorlieben und Freiwilligkeit der Nutzer stehen im Vordergrund und bilden die Basis für individuelle Angebote durch die Betreuer. Sie achten einfühlsam auf deren individuelle Bedürfnisse und Mitteilungen (auch in Form von Körpersignalen), ermuntern sie ggf. zur Aktivität und geben ihnen Zeit zum spontanen Ausprobieren und Verarbeiten der neuen Eindrücke (vgl. Kewin, in: Hutchinson/Kewin, 1994, S. 13). Zwischenmenschliche – auch nonverbale – Dialoge können sich entwickeln.

Im Jahre 2002 wurde die internationale Snoezelen-Association (ISNA) gegründet, welche die langjährigen Erfahrungen aus über 32 Nationen zusammenfasst und auswertet (http://www.isna.de/, zuletzt aufgerufen am 30.9.2012). Die Auseinandersetzung mit inhaltlichen Anwendungsmöglichkeiten hat inzwischen zur Entwicklung eines erweiterten Snoezelenkonzeptes geführt. So nennt die Deutsche Snoezelen-Stiftung die Möglichkeit der Anwendung von Snoezelen für „therapeutische und pädagogische Interventionen“ (http://www.snoezelen-stiftung.de/definition.html, zuletzt aufgerufen am 30.9.2012). An der Felsenmeerschule findet „Snoezelen“ sowohl als freies Angebot als auch als Fördermaßnahme statt. Entsprechend dem erweiterten Snoezelenkonzept werden über die elementare Entspannungs- und Erholungsmöglichkeit hinaus auch spezielle Angebote sowohl in Bezug auf pädagogisch als auch therapeutisch ausgerichtete Ziele regelmäßig einbezogen und von unseren Schülerinnen und Schülern, besonders in diesem Rahmen, mit Freude wahrgenommen.


3.2 Ziele

Der Begründungszusammenhang für das Förderangebot „Snoezelen“ findet sich in den Richtlinien für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung:
„Die Unterrichtsorganisation schafft für die Schülerinnen und Schüler Raum für das Sammeln vielfältiger Erfahrungen, die Förderung sensorischer Integrationsprozesse und die Vermittlung von Orientierung in sozialen, räumlichen und zeitlichen Strukturen. Sie ermöglicht Erfahrungen, die sich durch ein hohes Maß an ganzheitlicher Wahrnehmungsintensität auszeichnen, und unterstützt die Differenzierung individueller Wahrnehmungs-, Erlebnis-, Ausdrucks- und Handlungsmöglichkeiten […] verlässliche Beziehungen fördern diese Förderintention und ermöglichen […] die Entwicklung von Selbst- und Umweltvertrauen. Die Unterrichtsorganisation berücksichtigt […] Schwankungen der Belastungs- und Leistungsfähigkeit, aktuelle Bedürfnisse wie Lagerung, Entspannung“ (Richtlinien KME, Entwurf, 2002, S.8).

Konkrete Zielsetzungen des „Snoezelens“ können sich auf folgende Bereiche beziehen:
Befindlichkeit
Erhaltung und Entwicklung seelischer Ausgeglichenheit
Entspannung/Erholung
Aktivierung/Wecken von Interesse

Wahrnehmung                    
Aktivierung der körpernahen/körperfernen Sinne
Differenzierung der Sinneswahrnehmungen
Integration verschiedener Sinneswahrnehmungen
Entwicklung eines ganzheitlichen Körperschemas

Emotionalität/Selbstverwirklichung
Entwicklung von Lebensfreude/Motivation
Entwicklung eines positiven Selbstbildes
Erweiterung von Selbstbestimmung und Handlungskompetenz
Verbesserung der Lebensqualität
Ausbildung von Gesundheitskompetenz
Abbau (auto-) aggressiver Verhaltensweisen
Entwicklung und Stabilisierung der Persönlichkeit

Soziabilität/Kommunikation
Wecken von Kommunikations- und Kontaktbereitschaft
Entwicklung von Vertrauen/Beziehungsfähigkeit
Integration in soziale Strukturen

Lern-/ Arbeitsverhalten

Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
Verbesserung der Selbstorganisation
Anregung von Fantasie und Kreativität  

 

3.3 Zielgruppe

Der Snoezelenraum steht grundsätzlich allen Schülerinnen und Schülern unserer Schule zur Verfügung. Snoezeleneinheiten werden entweder für eine ganze Klasse oder für eine Teilgruppe in den Stundenplan aufgenommen. Darüber hinaus finden klassenübergreifende Angebote, u.a. auch im Rahmen einer Schüler-AG, statt.

Insbesondere folgende Schülergruppen profitieren von der Atmosphäre und den Angeboten in unserem Snoezelenraum:

Schwerstbehinderte Schülerinnen und Schüler

An unserer Schule haben wir einen hohen Anteil schwerstbehinderter Schülerinnen und Schüler. Dieser Schülergruppe bietet der Snoezelenraum die Möglichkeit des Rückzugs aus dem oftmals chaotisch erscheinenden Alltag in eine beschützende Atmosphäre.
Die reizarme und einladende Umgebung des Raums schafft eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Aufnahmebereitschaft und Neugierde. Die angenehme Erfahrung der deutlichen Wahrnehmung der eigenen Person über den eigenen Körper sowie der unmittelbaren Umwelt soll ermöglicht, Kontaktaufnahme zu Mitschülerinnen und Mitschülern bzw. dem Begleiter angebahnt werden.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten Raum, anders als im Rollstuhl sitzend, ihre motorischen Möglichkeiten auszuprobieren.

In diesem Zusammenhang finden die folgenden „Richtlinien für die Förderung schwerstbehinderter Schüler“ Anwendung:

„Ziel der Arbeit ist es, die größtmögliche Beziehungsfähigkeit zur Welt zu erreichen. Nur in einer Atmosphäre, die dem Schüler Sicherheit und Geborgenheit gibt und Vertrauen bewirkt, ist es möglich, dass der Lehrer die Grundlage für die Beziehung zwischen dem Schüler und sich schafft. Auf der Basis eines engen Kontaktes zum Schüler soll eine Erlebnissphäre geschaffen werden, die zunächst situationsgebundene und später dauerhafte Ansprechbarkeit bewirkt als Zuwendung zu Personen und Sachen“ (S. 7, 8).

„Fähigkeit, über den Körper die eigene Person zu erfahren“ (S. 11)

„Fähigkeit, Beziehungen zur Umwelt aufzunehmen und sich zurechtzufinden“ (S. 24)

„Fähigkeit, in der Gemeinschaft zu leben“ (S. 28)

„Fähigkeit, die Sachwelt mitzugestalten und an ihrer Gestaltung teilzuhaben“ (S. 33)

(Richtlinien für die Förderung schwerstbehinderter Schüler, 1985)

Schülerinnen und Schüler mit AD(H)S

Die ruhige und gleichzeitig magische Atmosphäre des Raumes kann Schülerinnen und Schülern mit AD(H)S in Verbindung mit gezielten unterstützenden Maßnahmen (siehe Punkt 3.4) dazu verhelfen, zu einer physischen und psychischen Beruhigung zu gelangen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, die wiederkehrende, individuelle Erfahrung der Senkung des Aktivitätsspiegels sowie der Fokussierung von Aufmerksamkeit über einen bestimmten Zeitraum als positives Gefühl zu verinnerlichen. Ziel ist es, so zunehmend eine Basis zur Reduktion impulsiven Verhaltens sowie zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit im Unterricht zu schaffen (vgl. Skrodzki/Mertens, in: Skrodzki/Mertens, 2000, S.17).

Rollstuhlfahrer

Schülerinnen und Schüler, welche aufgrund einer körperlichen Behinderung wie Spina bifida, Zerebralparese, Muskeldystrophie u.a. einen Rollstuhl benutzen, benötigen im Laufe des Schultages eine Lagerung in Streckung, um Kontrakturen in Hüft- und Kniegelenken sowie damit verbundenen Schmerzempfindungen vorzubeugen. Auch Schülerinnen und Schüler mit schweren Skoliosen brauchen phasenweise eine Entlastung aus der senkrechten Sitzposition. Die ausgestreckte, waagerechte Lagerung, beispielsweise auf dem warmen Wasserbett, die entspannende Atmosphäre und das Gefühl der Gemeinschaft unter den Snoezelenteilnehmern können als äußerst wohltuend empfunden werden, die muskuläre Entspannung sowie die Atemtiefe fördern und ggf. Schmerzen vorbeugen bzw. beseitigen.


3.4 Methodisch-didaktische Prinzipien

Voraussetzungen
Folgende Kriterien gelten als Grundvoraussetzungen für den optimalen Einsatz des Angebotes „Snoezelen“:

„- Richtige Atmosphäre
- Eigene Entscheidung
- Eigenes Tempo
- Richtige Zeitspanne
- Wiederholung
- Ausgewähltes Reizangebot
- Richtige (Grund-) Einstellung
- Richtige Betreuung“

(Hulsegge/Verheul, 2005, S. 39)

 

Die Begleitung erfolgt durch die jeweils verantwortlichen Lehrkräfte sowie durch betreuende Integrationskräfte und ggf. Pflegekräfte oder Therapeutinnen. Von besonderer Bedeutung ist eine den speziellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler angepasste, entspannte Lagerung.

Bestimmte Klänge, Lichteffekte sowie Geruchsangebote können zum Auslösen positiver Empfindungen beitragen:

Musik

Beim „Snoezelen“ kann Musik auf zweierlei Art eingesetzt werden: entweder als Atmosphäre stiftende Hintergrundmusik oder gezielt, um bestimmte Reaktionen auszulösen. Entsprechend gestaltet sich die Musikauswahl. Diese kann modern, klassisch, natur- oder themenbezogen sein und sich am Alter der jeweiligen Schülergruppe orientieren.

Musik beeinflusst durch Melodie, Rhythmus, Klang, Dynamik und Lautstärke die Psyche und somit das Verhalten des Menschen. Um einen die Entspannung fördernden Effekt auf das vegetative Nervensystem zu erzielen, sollte sie individuelle Vorlieben berücksichtigen, nicht zu laut sein und in tiefen Frequenzbereichen liegen (vgl. Mertens, 2004, S. 131). Eine Liste erprobter Musikstücke findet sich bei Mertens, 2004, S. 43.

Eine Verknüpfung mehrerer Sinnesqualitäten wird z.B. dann möglich, wenn eine Schülerin/ ein Schüler auf der wohltemperierten, schwingenden Matratze des Wasserbettes liegt und dabei die Musik nicht nur mit ihrem/seinem Gehör wahrnimmt, sondern diese auch über das Watersound-System vibratorisch erfährt. Des Weiteren können Klangschalen als Elemente auditiver und zugleich vibratorischer Wahrnehmungsförderung zum Einsatz kommen.

Licht

Auch Licht und Farben haben eine spezifische Wirkung auf das emotionale Befinden. Zum Erzeugen einer gelösten und beruhigenden Atmosphäre eignet sich „ein Lichtspiel aus Orange, Violett, Blau, Türkis und Magenta“ (Gimbel, in: Mertens, 2004, S. 131).

Optische Reize, insbesondere in Verbindung mit Bewegung, fokussieren die Aufmerksamkeit des Betrachters und sind insofern geeignet, Schülerinnen und Schülern das gedankliche Umschwenken und Abschalten sowie das Einstellen auf die Atmosphäre des Snoezelenraums zu erleichtern.

Beispiele hierfür sind:

- Die Wirkung der unterschiedlichen Farben des Lichtes auf das eigene Empfinden kann
  anhand der Wassersäulen mit Sprudeleffekt und Farbwechsler erlebt bzw. bewusst
  gemacht werden.

- Die faszinierenden, sich fließend verändernden Projektionsbilder fesseln die
  Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schülern, fördern die Farbwahrnehmung, regen die
  Fantasie und ggf. auch die Verbalisierung der individuellen Eindrücke an.

- Haptisch orientierte Schülerinnen und Schüler interessieren sich oftmals für die
  Faseroptikschnüre mit wechselndem Lichtspiel. Taktile und optische Eindrücke werden
  miteinander verknüpft.

- Besondere optische Wirkungen gehen auch von den sich im Raum bewegenden
  Lichtreflexen aus, welche in den Spektralfarben leuchten und durch den auf die rotierende
  Spiegelkugel gerichteten Lichtspot
erzeugt werden.

Gerüche

Gerüche wecken Emotionen, wirken anregend bzw. entspannend, rufen Assoziationen oder Erinnerungen hervor und vertiefen die Atmung. Zum Erleben sowie zur Differenzierung unterschiedlicher Düfte können Duftsäckchen verwendet oder Chiffontücher mit diversen natürlichen Aromen benetzt und den Schülerinnen und Schülern angeboten werden. Evtl. bestehende Allergien sind zu berücksichtigen. Eine Liste entspannender bzw. anregender Geruchsnoten findet sich bei Mertens, 2004, S. 132.

Prinzipien: „Snoezelen“ mit schwerstbehinderten Schülerinnen und Schülern

Für unsere Schülerinnen und Schüler ist es sinnvoll, eine Auswahl aus der Menge der zur Verfügung stehenden Angebote zu treffen, zumal es beim „Snoezelen“ nicht um die Vielzahl der angebotenen Reize, sondern vor allem um deren adäquate Auswahl, Intensität, Zuordnung sowie deren Einbindung in die positiv erlebte Gesamtsituation geht. Gerade schwerstbehinderte Schülerinnen und Schüler benötigen im Hinblick auf die besondere Art und Weise der Wahrnehmung ihrer Umwelt ein individuell ausgewähltes sowie reduziertes und wiederkehrendes Reizangebot, damit sich für sie die Möglichkeit öffnet, Informationen gezielt aufzunehmen, zu ordnen, zu verstehen und darauf zu reagieren. Die Prinzipien der sensorischen Integration nach Jean Ayres finden Berücksichtigung.

Prinzipien: „Snoezelen“ mit AD(H)S Schülerinnen und Schülern

Bei vielen unserer Schülerinnen und Schüler ist es hilfreich, die Snoezeleneinheiten durch bestimmte, wiederkehrende Rituale zu strukturieren. Dies kann beispielsweise über einen sensorischen Zugang (z.B. Massage mit dem Noppenball) oder einen imaginativen Zugang (z.B. Fantasiegeschichten, Traumreisen) geschehen. Gerade imaginative Entspannungsverfahren sind voraussetzungsarm und daher – auch bereits für jüngere Schülerinnen und Schüler – gut anwendbar. In Verbindung mit „Snoezelen“ kommt es zu einer besonderen Wirkung, „da die sensorischen Reize die Entspannungsreaktionen schon vorbereiten können“ (Sernau, in: Skrodzki/Mertens, 2000, S. 252). Das regelmäßige Üben soll helfen, besser mit physischer sowie psychischer Unruhe und entsprechend mit Stresssituationen umgehen zu können.

Häufig fällt es Schülerinnen und Schülern mit ADHS leichter, sich auf Angebote des „Snoezelens“ einzulassen, wenn zuvor ein Bedürfnis nach Entspannung entwickelt wurde. Daher ist eine vorgeschaltete Bewegungsphase sinnvoll (vgl. Sernau, in: Skrodzki/Mertens, 2000, S. 248-252).

Auch Faktoren wie adäquate Gruppengröße, Dauer der Entspannungsphase sowie Eingewöhnungszeit spielen bei dieser Schülergruppe eine besondere Rolle.

Ein ritualisiertes Feedback bzgl. der erlebten Eindrücke bzw. der eigenen Befindlichkeit kann die Snoezeleneinheit abschließen.

 

 

3.5 Besondere Nutzungsmöglichkeiten des Raums

Unser Snoezelenraum eignet sich hervorragend dazu, unseren Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Musikunterrichtes in ungestörter Umgebung eine konzentrierte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Musikstilen zu ermöglichen.

Bei der Durchführung verschiedener Projekte können durch besondere Klänge, Licht-, Geruchs-, und Farbeffekte die zu bestimmten Unterrichtsthemen gesammelten Erfahrungen (Beispiele: Farben, Jahreszeiten, Feste, fremde Länder und Kulturen) intensiviert und erweitert werden.

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4. Implementierung

4.1 Richtlinien/Konzept

„Snoezelen“ ist seit vielen Jahren fester Bestandteil im Repertoire ganzheitlich ausgerichteter Förderangebote für unsere Schülerinnen und Schüler. Das schulinterne Snoezelenkonzept orientiert sich an den relevanten Richtlinien (siehe Punkte 3.2 und 3.3) und beinhaltet Hinweise zu Organisation, Prinzipien und Dokumentation (siehe Anlagen 2, 3 und 4).

 

4.2 Förderpläne

Im Rahmen der Erstellung individueller Förderpläne für unsere Schülerinnen und Schüler kann „Snoezelen“ als Maßnahme zum Erreichen eines bestimmten Förderziels in Bezug auf den jeweils relevanten  Entwicklungsbereich ausgewählt werden. Beobachtungen bei deren Umsetzung werden fortwährend ausgewertet und entsprechend dokumentiert. Die so gewonnenen Erkenntnisse begründen entweder die kontinuierliche Fortführung des Angebotes „Snoezelen“ oder sie geben Anlass dazu, Veränderungen hinsichtlich anvisierter Ziele bzw. zielführender Maßnahmen zu initiieren. Zum diesbezüglichen Austausch zwischen Mitarbeitern aus den Bereichen Pädagogik, Therapie und Pflege finden an unserer Schule regelmäßig bestimmte Beratungstage statt.

 

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5. Kontrolle / Begleitung

5.1 Interne Beratung

Bedingungen, Themenschwerpunkte sowie besondere Vorkommnisse während einer Snoezeleneinheit können auf dem Dokumentationsbogen „Logbuch“ (siehe Anhang 2) vermerkt und in Beratungsgesprächen innerhalb des Klassenteams erörtert werden. Bei Schwierigkeiten im Verhalten von Schülerinnen/Schülern kann es sinnvoll sein, die jeweilige Schülerin/den jeweiligen Schüler bzw. die Eltern mit einzubeziehen.

           

5.2 Externe Beratung

Zwecks Beratung zu Fragen bzgl. Snoezelenpraxis, Literatur, Fortbildung, Gerätetechnik und Organisation stehen an unserer Schule folgende Kolleginnen zur Verfügung:

Angela Duesberg (Raum, Organisation)

Meike Gustävel (Gerätetechnik)

Marie-Theres Wolf (Snoezelenpraxis, Literatur, Fortbildung)

 

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